Der Verein hat den Zweck, den Heimat- und Gemeinschaftssinn aller Bürger der ehemaligen Stadt Wevelinghoven zu fördern, zu festigen und in Wahrung alter Überlieferungen jährlich ein echt volkstümliches Schützen- und Heimatfest zu feiern.

( § 2 der Satzung des Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven 1924 e.V. )

Berichterstattung zum Schützen- und Heimatfest 2022

Endlich können wir unser heiß geliebtes Schützen- und Heimatfest in Wevelinghoven in diesem Jahr wieder feiern. Durch die Berichterstattung möchten wir ein paar Einblicke in das Leben unseres Bürger-Schützen-Vereins 1924 Wevelinghoven e.V. gewähren.

Schauen sie doch in den kommenden Tagen und Wochen hier vorbei und lesen sie aus der Vereinshistorie vergangener Schützen- und Heimatfeste sowie aktuelle Berichte über unsere Jubiläums- und Geburtstagszüge, die Jubilare, personelle Veränderungen, Aktionen rund um das Fest und unser Königspaar.

Wir würden uns freuen wenn es Ihnen gefällt:

1952 - vor 70 Jahren - Königspaar August I. und Christel Frinken

Jakob Esser und Hilmar Krüll berichten in ihren Chroniken über das Königspaar:

(...) Als erste wichtige Aufgabe für den im November 1951 neu gewählten Vorstand war die Satzung des Vereins neu zu gestalten, eine Aufgabe, die der verstorbene Präsident Dr.Pütz bereits in Angriff genommen hatte. Diese Satzung, in einer noch relativ kurzen Form mit 19 Paragraphen, ersetzte die nicht mehr zeitgemäße Satzung des Vereins aus dem Gründerjahr 1924 und wurde auf der Generalversammlung am 27.Juli 1952 verabschiedet. (…)

Um eine einheitliche Uniformierung innerhalb des Schützenregiments zu erzielen und gleichzeitig die Schützen von den laufenden Kosten des Ausleihens von Uniformen zu befreien, wurde beschlossen, über den Verein die Anschaffung von Uniformen zu erleichtern, indem der Verein die Finanzierung vornahm. (…) Dies war der Anfang der auch heute noch erfolgreich durchgeführten Bezuschussung der Uniformanschaffungen im Schützenregiment. In der letzten Generalversammlung vor dem Schützenfest 1952 wurden dann noch 4 verdiente Schützen, die seit Gründung des Vereins dem Verein angehört haben, zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Es war dies als erster Heinrich Schumacher, der Mann, der die Idee des Bürger-Schützen-Vereins in Wevelinghoven bekannt machte und 1922 die Hahnenkampfgesellschaft gründete, als Vorläuferin des Bürger-Schützen-Vereins, da die damalige Besatzungsmacht die Neugründung von Bürgerschützenvereinen ablehnte. Er hatte dann die Marianische Schützenbruderschaft wieder begründet und auch im ersten Festkomitee des Bürgerschützenfestes 1924 mitgewirkt. Später war er dann lange Zeit im Vorstand des Bürger-Schützen-Vereins tätig.

Ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt wurde Adolf Krall, ein Mitstreiter von Heinrich Schumacher in der Vorgründungszeit des Bürger-Schützen-Vereins, der langjährige Hauptmann des Jägerzugs »Wohlfahrt«, der auch der erste Jägermajor des Vereins war und 1938, in der großen Notlage des Vereins, sich bereit erklärte, die Präsidentschaft des Interimsverein »Volks- und Heimatverein« vorübergehend zu übernehmen. Sodann erhielt die Ehrenmitgliedschaft Johann Fücker, der seit Gründung des Bürger-Schützen-Vereins den Grenadierzug der Marianischen Schützenbruderschaft angeführt hatte. Als viertes Ehrenmitglied wurde Matthias Daniels geehrt, ebenfalls seit Bestehen des Vereins aktiver Schütze, der schon bald nach der Anschaffung einer Regimentsfahne 1928 Fahnenoffizier wurde. Jägermajor Adolf Krall wurde neben der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an diesem Abend noch eine große Ehre zu teil, die Generalversammlung beförderte ihn zum Jägeroberst ehrenhalber, zur großen Freude des gesamten Jägercorps.

Der neue Präsident Jakob Esser erneuerte auch schon im ersten Jahr seiner Präsidentschaft den Ablauf der Krönungsfeierlichkeiten mit einem sehr eindrucksvollen und feierlichen Zeremoniell, das man bisher nicht kannte und das in seinen Grundelementen auch heute noch gültig ist. (…)

Die Mutter des Königs August Frinken starb plötzlich kurz vor dem Schützenfest, und wurde unter großer Anteilnahme auch der Schützen am Schützenfestmontag zu Grabe getragen. Dies hatte natürlich zur Folge, daß das amtierende Königspaar an diesem Schützenfest nicht teilnehmen konnte. Es wurde von dem Königspaar des Vorjahres, Alois Lichtschlag und seiner Gattin Christel, an den Schützenfesttagen würdig vertreten. (...)

Die Presse berichtet von der 2. Generalversammlung vor dem Schützenfest 1952:

Wevelinghovens Schützen im Film

Generalversammlung mit Schwung und festlicher Vorfreude

Die große Schützenfamilie mit weiblichem Anhang zeigte bei der Generalversammlung, daß Stimmung und Begeisterung wachsen, je näher die Tage der Wonne heranrücken. Als die Spitzen des Bürgerschützenvereins mit August I., Bürgermeister Gehlen, Stadtdirektor Bierbaum und Präsident Esser in den Saal einzogen, wurden sie mit einem Fanfaren-Klatschmarsch herzlich und stürmisch begrüßt. (…) Mit besonderer Freude wurde die Mitteilung aufgenommen, daß sich die Wirte recht opferfreudig gezeigt hätten und das Ergebnis des. Vorjahres weit überholt wurde. Eine Sammlung bei den Geschäften erbrachte ein erfreuliches Ergebnis. Das Fest ist gesichert. Am 12. September ist Oberstehrenabend, verbunden mit Ernennung von Ehrenmitgliedern, Ehrung der Jubilare und Verteilung von Auszeichnungen durch August I. 

Bis zum 1. September sollen die Fackelbauer ihre Motive bekanntgeben, um zu vermeiden, daß zwei Züge das gleiche Motiv zum Fackelbau wählen. Ludwig Becker und Alois Lichtschlag wurden als Preisrichter für den Fackelzug bestimmt. Das Holz für die Fackeln stiftete Bürgermeister Gehlen. Die Malermeister Karl Odenthal und Josef Koenen führen die Beschriftungen kostenlos durch. (…)

Die Schützen der Gartenstadt nahmen auf der letzten traditionellen Generalversammlung mit lebhafter Begeisterung Kenntnis davon, daß der Verein seit 21. August eingetragener Verein (e. V.) ist und das Schützenfest mit vielen Neuerungen die Mitwelt in Staunen versetzen wird. Der von Oberst Willi Drees geführte Zug wird auf Initiative des Hauptmannes Josef Könen am Sonntag an der evangelischen Kirche gefilmt und tritt in einer Stärke von 22 Zügen mit Artillerie und Reitern an. Die Einführung der Ehrenkompanie und Ehrenwache im Schilderhaus an der Residenz sind weitere Neuerungen. (…)

Zwei Schützen werden als Böllermeister ausgebildet, die das festliche Eindonnern der Tage übernehmen. Die Geistlichkeit beider Konfessionen hat ihre Mitwirkung bei einigen Veranstaltungen zugesagt. Das Heimatlied „Von der Erft bis Beesterhöffge" wurde mit Begeisterung gesungen. Mit einem Hoch auf das Fest und die Majestät wurde der Arbeitsteil der Versammlung beendet. Eine frohe Stunde mit Tanz und Unterhaltung beschloß einen stimmungsvollen Schützen-Festabend. 

1932 - vor 90 Jahren - Königspaar Karl I. und Maria Kellner

Die Chronik von Hilmar Krüll berichtet aus dem Jahr 1932 Folgendes:

(...) Herr Karl Kellner war erst vor wenigen Jahren nach Wevelinghoven, in das Haus Oberstraße 15, gezogen, das er von der alteingesessenen Familie Riffrath erworben hatte. 

Herr Kellner war begeisterter Pferdesportanhänger, insbesondere des Trabrennsports. Da in Wevelinghoven auf der Platzanlage an der Erftruhe sehr bekannte Trabrennen gefahren wurden, war dies wohl auch ein Grund für die Familie Kellner, nach Wevelinghoven zu ziehen. Herr Kellner selbst nahm an diesen Rennen nicht teil, trainierte jedoch seine eigenen Pferde auf den Wegen um Wevelinghoven. (…)

So konnte das Schützen- und Volksfest vom 17.-20. September 1932 beginnen. Die Presse schrieb: »Ein schönes Schützenfest. Festlich hatte sich die Erftstadt zum Heimatfest geschmückt. Groß war der Zustrom der Besucher. Der Fackelzug am Samstagabend wies verschiedene große Fackeln auf, von denen besonders eine, die Piccard-Fackel der »Cäcilia« gefiel. Grevenbroicher Wind hatte den Ballon zwischen Wevelinghoven und Grevenbroich landen lassen. Meister Könen hatte den Gedanken treffend verwirklicht. 

Bei der letzten Generalversammlung im Anschluß an den Fackelzug im Central-Hotel konnte seine Majestät Karl I. den Grevenbroicher Schützenkönig und den Vorstand des dortigen Bürgerschützenvereins begrüßen. 

Der Sonntag brachte morgens die Parade vor der Geistlichkeit an der katholischen Kirche. Die große Königsparade des fast 300 Mann starken Schützenregimentes fand nachmittags nach dem Festzug statt. Viele Zuschauer sahen schneidige Leistungen und vergaßen nicht den Beifall.« 

Da man an Schützenfestmontag den neuen König noch nicht ermitteln konnte, da der Königsvogel zu zäh war, wurde das Schießen am Schützenfestdienstag in den Vormittagsstunden fortgesetzt. (...)

Geschichte und Geschichten des Bürger-Schützen-Vereins 1924 Wevelinghoven e.V.

Gewähren sie uns zunächst eine kurze Zusammenfassung unserer historischen Quellen:

Da ist das Buch des damaligen Präsidenten Jakob Esser, der die Entstehungsjahre des Vereines hautnah als junger Mann miterlebte. Zum anderen war sein Vater einer der Gründungsväter, Präsident und späterer Ehrenpräsident des Bürger-Schützen-Vereins, der durch seine Neusser Schützenerfahrung maßgeblich die Struktur des Regimentes prägte. Das Buch trägt den Titel „50 Jahre Bürgerschützenverein Wevelinghoven – Festschrift zu den Jubiläumsfeierlichkeiten vom 20. Juli bis 20. August 1974“ und spiegelt also die ersten 50 Jahre seit der Gründung im Jahre 1924 wider.

Das zweite Buch wurde 25 Jahre später wiederum von einem Präsidenten, nämlich Hilmar Krüll (Bild) veröffentlicht. Unter dem Titel „1924 – 1999; 75 Jahre Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven e. V. 1924 – Der Verein und die Stadt Wevelinghoven im Wandel der Zeit“ stellte der Autor neben der Vereinshistorie parallel hierzu die Stadtentwicklung dar. Da der „Wievekover Jong“ Hilmar Krüll bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1974/75 Bürgermeister seiner Stadt war, wurden viele Interna der Stadt durch ihn in seinem Werk für den „Normalbürger“ präsent. Das gleiche gilt natürlich auch für die Schützengeschichte, die auch er seit Kindesbeinen miterlebt hatte.

Daneben wird in den zahlreichen Berichten der hiesigen Tageszeitungen und Zeitschriften für die Rückblicke recherchiert.

Gestatten sie uns an dieser Stelle noch ein Hinweis in eigener Sache:

Wer Bilder aus Wevelinghoven oder seinem Zug- und Vereinsleben besitzt und diese zum scannen oder fotografieren zur Verfügung stellen möchte kann sich gerne an das Archivteam wenden. Auch bereits digitalisierte Bilder und Texte werden gerne entgegengenommen. Es geht dabei nicht nur um Aufnahmen aus längst vergangenen Tagen - auch aktuelle Aufnahmen oder Aufnahmen aus der nahen Vergangenheit sind für das Archiv interessant, denn die aktuellen Aufnahmen von heute werden einmal zu historischen Aufnahmen der Zukunft.

Das Archiv ist auch an nicht mehr verwendeten Orden und Ehrenabzeichen interessiert. Oder haben sie etwas anderes Interessantes aus der Geschichte des BSV Wevelinghoven? Gerade im Hinblick auf das 100-jährige Bestehen des Bürger-Schützen-Vereins im Jahre 2024 ist es interessant solche Kleinode zu sichten und zu dokumentieren.

Aktuell werden außerdem weiterhin folgende Projekte verfolgt: Zusammenstellung aller ehemaligen Edelknabenkönige - hier ist das Archiv auf Mithilfe für die Jahre vor 1990 angewiesen. Zudem sollen alle von den Schützenkönigen verliehen Königsorden zusammengetragen und dokumentiert werden - wenden sie sich gerne an Nikolai Dohlen, Manfred Moll oder Herbert Schumacher vom Archiv-Team der Bürgerschützen unter archiv@bsv-wevelinghoven.info

Vorab sagen wir schonmal ein herzliches Dankeschön!